Malmö – Der Schluß

Malmö am 5.7.2013

 

Malmö wird völlig unterbewertet. Schon auf der Hinfahrt hatten wir es glatt übersprungen. Und nun sollte es nur eine zweckmäßige Zwischenstation sein, weil unsere Fähre am Sonnabend um 13.30h ablegen sollte und wir zwei Stunden vor der Abfahrt beim Checkin sein mußten. Da unser Haus am See über 400 Kilometer von dem Fährabfahrtsort, eben Malmö, entfernt ist, entschlossen wir uns spontan für eine letzte Hotelübernachtung.

Von Malmö waren wir völlig überrascht. Aber der Reihe nach. Wir teilten unserem Vermieter am Donnerstag mit, dass wir einen Tag früher abreisen wollten, was ihn erstmal in Aufregung versetzte, im nachhinein war aber alles gut, es stellte sich heraus, dass unser Vermieterehepaar heute 45jährigen DSCF4601Hochzeitstag hat. Der Hinweis auf meinen Geburtstag lockerte die Stimmung sehr auf. Die Entreinigung, über die wir zunächst unglücklich waren, stellte sich als gar nicht so schlimm heraus.

Aber die Fahrt war nicht schön. Eigentlich bekommt Karina am Ende des Urlaubs regelmäßig einen Blues. Heute war es bei mir so. Mir ging es ganz und gar nicht gut bei den Gedanken an all die schönen Erlebnisse und gleichzeitig auf die bevorstehenden Dinge zuhaus.  Passend dazu entpuppte ich ein Rastplatz als Touristenfalle mit angeschlossenem Elchpark. Gleich am  Eingang des Restaurants stand einer aus Plastik und machte deutlich, dass man ihnen hier gar nicht mit Respekt begegnet.

Nach gefühlt sehr langer Fahrt kamen wir in Malmö an. Unser Hotel in Bahnhofsnähe war schnell gefunden, ein Best Western. Wir waren beide mit völlig unterschiedlichen Erwartungen an diese Unterkunft losgefahren, waren aber sehr angenehm überrascht. Zwei riesige Betten zu einem Doppelbett zusammengeschoben, vor allem aber ein traumhaftes Badezimmer mit  Regenwasserdusche und enormen Wasserdruck. Dinge, die wir in unserem sonst so tollen Haus am See eine Woche lang nicht hatten.

Eigentlich trieb uns der Hunger sehr schnell wieder aus dem Hotel. Und um die nächste Straßenecke. Hier stießen wir auf malerische Gässchen mit winzigen, uralten Häusern. Noch eine Ecke weiter und wir waren in wildem und modernen Großstadtleben mit zahllosen Menschen (und Restaurants) überall. So viele Menschen auf einem Haufen hatten wir seit Stockholm nicht gesehen. Martina hatte uns schon ein wenig vorgewarnt, für Schwedinnen scheint es sehr wichtig zu sein, lange Beine zu haben und dieses entsprechend vorzuführen. Genauso war es hier. Zahllose sehr junge Menschen, natürlich alle mit I-Phone in Betrieb. Und ein sehr hoher Anteil jüngerer Schwedinnen, die trotz eher frisch-böiger Windverhältnisse ihre langen Beine und blonden Haaren vorführten.

Aber zwei waren dabei, die selbst unsere abgeklärte Bedienung zu einem amüsierten Stirnunzeln bewegten. Eine dunkelhaarige 20jährige, die einen hellen Strickpullover in der einzigen Absicht trug, deutlich zu machen, dass sie sonst überhaupt gar nichts anhat und eine andere 1,9 lange und so um die 60 Kilo schwere Blonde, die zur Unterstützung ihres Gesamteindruckes noch sehr ungewöhnliche Plateauschuhe von 15 cm trug.

Trotzdem war alles sehr entspannt und auch stilvoll.  Alles ok. Angenehm dabei zu sein.  Wir bestellten ein sehr leckeres Reiseabschlusssteak. Karina begann mit zwei Niederländern am Nebentisch eine sehr aufschlussreiche Unterhaltung.

Auf  dem Weg ins Restaurant hatten wir im Rahmen des Stadtbummels noch einige sehr spannende Geschäfte aufgetan, einen Laden für sehr ausgefallene Klocks zum Beispiel, die einen dringenden weiteren Besuch erforderlich machen. Der Eindruck der in dieser Stadt entstand, ist ganz schwer zu beschreiben. In der Architektur gibt es sehr moderne Elemente, den  … Tower vorneweg . Daneben auch sehr alte Elemente, die alle zusammen einen sehr ausgeglichenen Gesamteindruck machen. Dazu das sprühende, ausgelassene und offensichtlich konfliktarme Miteinander aller Beteiligten tat am letzten Reisetag richtig gut.

Der letzte Anspruch für das Hotel am letzten Tag, das Frühstücksbuffet, wurde ebenfalls voll erfüllt. Nicht überschwänglich, aber doch mit all den liebgewonnenen Kleinigkeiten der letzten Zeit.

Die letzten Worte zu Malmö sollten bestimmt kein Loblied auf das Badezimmer mit der Regenwasserdusche, dem schwarz-weiß-kariert gefliesten Fußboden oder der schicken verchromten Überputzinstallation sein, es war einfach traumhaft, ich arbeite noch dran.

Ich arbeite immer noch dran… Wir müssen noch einmal herkommen !!!

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