Die Überfahrt

18.6.2013 Es geht los. Nach Schweden. Es soll eine Rundreise werden, bei der uns ein Reiseburo geholfen hat, die Hotels vorzubuchen und anschließend noch eine Woche in einem Haus am See.


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Heute Morgen sind wir sogar früher losgefahren als geplant. Das ist ungewöhnlich für uns, aber wir wollten die Fähre in Travemünde auf keinen Fall verpassen. Also sind wir um 5.45 gestartet, weil wir um 8.00 h dort sein wollten. Der ortskundige Leser ahnt, dass da von Hamburg aus ein gehöriges Polster drinnen ist. Und außerdem ist die blöde Fähre am Ende noch eine halbe Stunde später losgefahren, als geplant. Aber alles war gut. Sehr schnell wurde deutlich, dass es eine Lastwagenfähre und keine ColorLine ist.

Sonnendeck

Sonnendeck

So hatten wir das Sonnendeck, garstig könnte man auch Hubschrauberlandedeck sagen, die meißte Zeit für uns allein. Das Essen war schlicht aber okay, zum Frühstück gab es genau die gleichen Rühreier, wie wir sie vor Jahren auf einer Fähre nach Tallin bekommen hatten, irgendwie nicht wirklich durchgebraten, dafür aber saftig und lecker. Und das mit dem Zeitpunkt fürs Frühstück hatte die Crew völlig überrascht, erst gab keine und dann halbgare  Brötchen. Eines von beiden hat meinem Bauch einige lustige Stunden beschert.

Auf unserem Sonnendeck war mir noch etwas Denkwürdiges passiert. Wir hatten strahlenden Sonnenschein, nur wenig Wind. Spannend war die Beobachtung der Ostsee nicht so sehr.  Bei der Betrachtung des Horizontes, an dem ganz schwach eine Steilküste zu erkennen war, mit diesem typischen schmalen spielglatten Streifen davor, dem extrem eintönigen Motorengeräusch, dem Geruch von Diesel und etwas Zigarettenqualm war plötzlich eine ganz andere Zeit da: Mit der ersten oder zweiten Dixi zu Zeiten der wildesten Pubertät hatte ich diese Situation schon mehrfach erlebt. Alles wirkt friedlich, gleichzeitig aber auch spannend…. Was mag da wohl kommen?

Die Brücke über den großen Belt, die bei den Reisevorbereitungen eine wichtige Rolle gespielt hatte, konnten wir uns kurz vor dem Einlaufen in Malmö genau ansehen. Beeindruckend! Nicht unbedingt der frei hängende Teil über dem Fahrwasser, aber die kilometerlange Anfahrtsrampe über offenes Wasser. Unsere bisherigen Meinungen bleiben bestehen.

Warum das Schiff eine gefühlte Stunde zum Anlegen brauchte ist unklar, hat uns nur ein wenig gestört, weil wir ja noch nach Göteborg wollten.

Aber auch das letzte Teilstück klappte gut. Weil ja bald Midsommar ist und Göteborg sehr weit im Norden liegt, ist es während der Fahrt nicht ganz dunkel geworden.

Spät, aber sehr glücklich über die ersten Eindrücke in Schweden sind wir in einem ganz tollen Hotel in Göteburg ins Bett gegangen.

 

 

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