Schottland 2010

Schottland ist so schön.

Und unbeschreiblich. Wir waren Ende Mai und Anfang Juni 2010 für 14 Tage dort und so wie die Dinge stehen, werden wir bald wieder hinfahren.

Alle unsere Erwartungen (und Voruteile?) wurden durch dieses wunderbare Land im Nu zerstreut, es fand sich etwas viel Schöneres dafür…

In den ersten Tagen hatten wir immer wieder den Eindruck, das Alles schon zu kennen: „Kuck mal, hier sieht es ja aus, wie in der Schweiz!“. Weil es aber nach der nächsten Taldurchfahrt wie in Norwegen und nach der nächsten Kurve dann wie in Südfrankreich wirkte, gaben wir die Vergleiche bald auf. Beeindruckend ist, wie schnell sich alles ändert. Von freundlichen, mit Bäumen bestandenen Hügeln zu schroffen Felsen, auf denen nur noch Heidekraut wächst. Diese kargen Landschaften, die wir auch im Norden der Insel Skye erlebten, machen dort mit den tief in den Bergen hängenden Wolken einen gespenstigen Eindruck. Hinzu kommen winzige weiße Steinhäuschen, auf die man alle paar Kilometer einmal stößt. Die Single-Way-Tracks, einspurige Straßen, auf denen man sich nur in den Passing-Places begegnen kann und eine extreme Stille runden das Gefühl noch ab. Nur die selbst in dieser verlassenen Einöde noch vorhanden Bushaltestellen und Telefonzellen lassen neben den allzeit, auch gerne auf der Straße stehenden Schafen machen Hoffnung darauf, dass es doch noch Zivilisation gibt. Wir begegneten auch Wanderern, noch viel verlassener als wir in unserem schönen warmen Auto, aber so weit waren wir noch nicht.

Um Fahrtstrecke auf der Insel zu sparen, hatten wir uns für eine Fähre von Belgien aus nach Rosyth entschieden, die Fährfahrt war zwar ok, aber allein das Parken draußen auf dem Oberdeck mit einer ätzenden und steilen Auffahrt ist Grund genug, nächstes Mal doch die Standardroute nach Newcastle zu nehmen. Edingburgh war toll, aus hamburger Sicht klein, aber höchst authentisch, kuschlig geradezu.. und billiger als manches Dorf weit draußen! Obwohl wir beide keinen Whiskey mögen, hatten wir Spaß an einer ausführlichen Demonstration aus Sicht eines Whiskeyfasses. Whiskey ist einfach ein sehr wichtiges Thema in Schottland und wir können jetzt mitreden. Mit den Doppeldeckerbussen haben wir ausgedehnte Stadtrundfahrten gemacht. Die Kneipen in der Innenstadt sind auch zum Essen sehr zu empfehlen.

Von Edingburgh aus gings nach Avimore, einer Stadt in den Highlands mitten im Nationalpark Cairngorm. Hier brachte uns eine Zahnradbahn zur höchsten Bahnstation des UK. Bei wunderschönem Wetter verbrachten wir einen Nachmittag an dem Strand eines der zahllosen Löcher mit Blick auf schneebehangene Berggipfel.

Eigentlich wollten wir hier in eine Jugendherberge fahren, die wir aber nicht fanden. Karina entschied sich mit einer spontanen Abbiegung für ein Guesthouse, dass sich als wahrer Glücksgriff erwies. Das Zimmer war schön, wir lebten in direkter Gartennähe und das erste wirklch schottische Frühstück war phantastisch. Der Bacon hat nichts mit fettigen Zeug gemein, dass es hier gibt, mageres, würziges Fleisch vom Schwein, Cerealien in reicher Auswahl, eingelegte getrocknete Pflaumen, die ich hier noch immer nicht gefunden habe. Nur der Hausherr muss ein wenig traurig gewesen sein, er hatte jedem Gast ein Porridge mehrfach angeboten und keiner wollte es haben.

Es ging weiter. Zu Nessi. Über Inverness  sind wir zu dem zentralen Nessibesichtigungszentrum gefahren. Wir haben uns bei strömenden Regen eingeschifft und ihr eine Stunde Zeit gegeben, sich zu zeigen. Nun ja…

Von dort sind wir am Pfingstwochenende wohl etwas blauäugig Richtung Skye gefahren. Erst nach mehreren Versuchen fanden wir eine Unterkunft, die dann aber auch wieder höchst beeindruckend war. Piet und Riet waren aus Holland ausgewandert, um hier ein Bed-and-Breakfast auzumachen. Wir wurden so sorgsam betreut, mit allen wichtigen und auch weiteren Informationen versorgt… Zum Frühstück stießen wir auf „Bill“, einem Texaner, der mit Frau, Tochter und deren Freundin Europa, und dieses Jahr eben Schottland bereist.

Und eine spannenden Film gibt es auch:

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